Von statisch zu dynamisch - Synchronisierung von Logistik-Prozessen schafft Mehrwert

Zusammen mit weiteren Partnern hat das ISL in den vergangenen drei Jahren daran geforscht, Lkw-Zu- und Abläufe in den Seehäfen mittels eines innovativen Prozesses zukünftig effektiver zu steuern. Im Projekt SYNCHROLOG wurde ein technikbasiertes Dienstleistungssystem zur Synchronisierung von Umschlags- und Transportprozessen in intermodalen Logistikketten entwickelt und erprobt. Staus an Terminalgates und Chassis-Plätzen sollen damit vermieden sowie negative Umwelteinflüsse durch Schadstoff- und Lärmemissionen auf ein Minimum reduziert werden. So können Kosten gesenkt und die Umwelt geschont werden.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Projektes waren: Spezifikation und Umsetzung eines IT-Demonstrators mit verschiedenen Schwerpunkten, ökonomische Betrachtung und Nachhaltigkeit sowie die Erstellung eines H0-Demonstrationsmodells.

Am Beispiel Bremerhavens haben die Projektpartner ein System zur Voranmeldung von Containern mit einem dynamischen Slot-Managementsystem aufgebaut. Der Buchung eines Time Slots für die Anlieferung und/oder Abholung eines Containers beim Terminal geht eine vereinfachte und effektive Voranmeldung voraus. Anders als bei den aktuellen statischen Slot-Managementsystemen wird der Transportstatus nach Fahrtbeginn kontinuierlich über Geo-Koordinaten und Zeitstempel verfolgt und mit der vorauskalkulierten Ankunftszeit abgeglichen. Sollte der gebuchte Slot nicht mehr eingehalten werden können, bucht das SYNCHROLOG-System automatisch den nächsten freiwerdenden Slot, der nach Vorausberechnung eingehalten werden kann. Fahrer und Disponent werden z.B. über eine Smartphone-App mittels Text und Sprache oder per Schnittstelle zum Dispositionssystem informiert. Freiwerdende Slots können automatisch an weitere Transporte vermittelt werden. Auch ein manuelles Eingreifen in den Prozess - eine komplette Neuplanung durch den Disponenten - ist bei Bedarf möglich. So können die Gate-Kapazitäten auf Seiten der Terminals optimal genutzt, die Akzeptanz bei Disponenten und Fahrern durch automatische Umbuchungen gesteigert, und die Fairness gegenüber allen Fuhrunternehmen und Fahrern gewährleistet werden. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse können auch abseits von Häfen zur digitalen Vernetzung und Synchronisierung von Logistik-Ketten genutzt werden – der Mehrwert lässt sich also auf weitere Bereiche übertragen. So wurde bereits während der Projektlaufzeit ein Transfer im Rahmen des Projektes „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Bremen“ im Hinblick auf das Rampenmanagement von Verladern/Empfängern angeregt.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden durch das Konsortium am 10.12.2020 in einer Online-Abschlussveranstaltung "logistikbezogene Dienstleistungssysteme" vorgestellt, welche durch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik sowie das Karlsruher Institut für Technologie organisiert wurde. Ein Mitschnitt vom SYNCHROLOG-Vortrag kann in der Rubrik MEDIEN angeschaut werden. Darüber hinaus wurde ein Erklärfilm zu SYNCHROLOG erstellt, welcher ebenfalls in der Rubrik Medien in deutscher und englischer Sprache einzusehen ist. Ein weiterer Film zeigt ein physisches Modell für den Lkw-Zulauf auf der letzten Meile in der Größe H0, welches im Rahmen des Projektes durch das ISL entwickelt wurde.