Forschungsprojekt SYNCHROLOG zur Synchronisierung von Intermodalen Logistikketten startet in Bremerhaven

Am 16. November 2017 fand das Kick Off des Forschungsprojekts SYNCHROLOG (Technikbasiertes Dienstleistungssystem zur Synchronisierung von Umschlags- und Transportprozessen in Intermodalen Logistikketten) auf dem EUROGATE-Containerterminal in Bremerhaven statt. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren bis September 2020 und wird im Rahmen der Fördermaßnahme "Technikbasierte Dienstleistungssysteme" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

An allen Schnittstellen in intermodalen Transportketten, insbesondere im Containerverkehr, existieren kostenintensive Pufferfunktionen. Die Ursachen liegen darin, dass z.B. Prozesse wie Auftragsbearbeitung, Fahrzeugortung, Zollabwicklung und Freistellungsverfahren der einzelnen am Transportauftrag beteiligten Akteure noch nicht optimal abgestimmt sind. Abweichungen vom Zeit- und Transportplan werden nicht an die folgenden Teilnehmer in der Kette kommuniziert. Eine wünschenswerte Synchronisierung der Prozesse findet höchstens in Ansätzen statt.

Das Forschungsprojekt SYNCHROLOG entwickelt ein IT-gestütztes Dienstleistungssystem, das darauf abzielt, die Prozesse im intermodalen Transport am Beispiel des Lkw-Verkehrs von Containern, Automobilen und Gütern mit Übermaßen (High & Heavy) besser abzustimmen. Auf Basis einer Bedarfsanalyse im Umfeld des potenziellen Nutzerkreises werden Anforderungen an die Dienstleistung zur Prozesssynchronisierung erhoben. Dabei wird untersucht, welche Daten seitens der Testpartner für die Prozesse relevant sind und wie diese in einer Umsetzung des SYNCHROLOG-Demonstrators harmonisiert werden können. Neben auftragsbezogenen Daten, wie Auftrags- und Containernummer, Ziel, geplante Ankunfts- und Abfahrtszeiten, werden zusätzliche Informationen, wie Orte mit Positionsdaten von Fahrzeugen, Statusmeldungen und relevante Vormeldeinformationen integriert.

Im Anschluss ist geplant die Dienstleistung, z.B. in den deutschen Nordseehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie Inland-Hubs, in verschiedenen Szenarien entlang der Transportkette in einem Demonstrator zu erproben: Kommunikationsplattform als zentrale Komponente, Slot-Management-System für die Vereinbarung der Warenübergabe, Mobile App für die Einbindung der Fahrer in das Dienstleistungssystem, Supply Chain Event Management für eine dynamisierte Slotbuchung und eine Dispositionsanbindung vom bzw. zum Disponenten. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den Praxispartnern entlang der Logistikkette wichtig, da diese einerseits Planungs- und Abwicklungsdaten an den Demonstrator liefern bzw. empfangen und andererseits das prototypische Dienstleistungssystem hinsichtlich seiner praktischen Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit validieren.

Mit dem SYNCHROLOG-Demonstrator soll gezeigt werden, dass eine verbesserte Planbarkeit und Abstimmung der Verkehrsträger möglich ist, so dass einerseits die Durchlaufzeiten beschleunigt werden und andererseits die verfügbare Infra- und Suprastruktur des Transportnetzes und der Terminals gleichmäßiger ausgelastet wird. Damit kann der SYNCHROLOG-Demonstrator mit den Dienstleistungen zur Synchronisierung unternehmensübergreifender Transport- und Umschlagsdienstleistungen einen Modellcharakter für Deutschland und darüber hinaus erreichen.

Die Idee für das Projekt entstand im Umfeld von Hafenwirtschaft und Wissenschaft. Zwischen den Projektpartnern bestand Einigkeit, dass ein nächster Entwicklungsschritt der deutschen Seehäfen in einer gemeinsamen Strategie besteht, mit der die Abläufe in den einzelnen Häfen erleichtert und vereinheitlicht werden und somit die Attraktivität der deutschen Seehäfen im europäischen Vergleich noch verstärkt. SYNCHROLOG wird im Forschungsprogramm "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen" durchgeführt, mit dem die Bundesregierung die Wertschöpfung durch Produktion und Dienstleistung stärken möchte.

Das Projekt wird vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) koordiniert. Mit den Unternehmen aio IT for Logistics GmbH, dbh Logistics IT AG, Eurogate Container Terminal Bremerhaven GmbH und T-Systems International GmbH sind namhafte Akteure aus Industrie und Wissenschaft direkt als Partner in dem Projekt beteiligt. Verbände und die Hafenwirtschaft in Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven sowie weltweit agierende Unternehmen bringen sich durch assoziierte Partnerschaften ein bzw. können in das Projekt eingebunden werden.

Foto der Projektpartner vom Kick Off